Postmuseum

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Grafischer Seitentitel:Postmuseum

Postmuseum den ehemaligen Stallungen des Hotelgasthofes "Alte Post" in Rheinhausen.

An der Stelle, an der bereits die Römer einen Übergang über den Rhein hatten, der heutigen Hauptstraße 3, steht der Hotel-Gasthof „Alte Post“. Die Geschichte dieses Hauses ist eng verbunden mit der 500-jährigen Geschichte der Reichspost:

Maximilian I. hatte durch seine Heirat mit Maria von Burgund die Niederlande zu seinem Reich hinzubekommen, und wollte eine regelmäßige Kurierpost von Innsbruck nach Mecheln bei Brüssel einrichten. Bislang hatten nur die Städte, die Kloster und die Universitäten eigene Botendienste, die in den unsicheren Zeiten vor der Entdeckung Amerikas nicht zur Zufriedenheit der Betreiber arbeiteten. Diese Boten waren zu langsam und oft auch unzuverlässig. So war es ungewiss, ob die Nachrichten auch beim Empfänger ankamen. Maximilian I. beauftragte die Familie Taxis aus Bergamo mit der Organisation seiner Post, denn diese Großfamilie hatte bereits einschlägige Erfahrungen im Dienste der Päpste und der oberitalienischen Städte.

Die neue Idee der Taxis war die Stafettenpost zu Pferde: Die reitende Bote hatte nicht den ganzen Weg vom Absender bis zum Empfänger zurückzulegen. Die Strecke von 1024 Kilometern zwischen Innsbruck und Mechelen wurde in Abschnitten von etwa 50 Kilometern eingeteilt, und dort waren auch die Poststationen, in denen der versiegelte Postsack an den nächsten Postreiter mit einem frischen Pferd weitergegeben wurde. So brauchte ein Brief von Österreich nach den Niederlanden im Sommer nur 5 ½ Tage, und im Winter 6 ½ Tage. Eine enorme Leistung für die damalige Zeit. Das war nur deshalb möglich, weil die Boten lediglich ihren Streckenabschnitt bis zur nächsten Poststelle zu betreuen hatten, und das bei Tag und Nacht, bei jeder Witterung und zu jeder Jahreszeit.

Die Nachbarstation von Rheinhausen in Richtung Innsbruck war das schwäbische Knittlingen, und in Richtung Brüssel war es das pfälzische Worms. Somit besitzt Rheinhausen das älteste Postamt Badens. Eigentlich war nach dem Willen Maximilans die Stadt Speyer als Postort vorgesehen, denn in seinem Brief vom 14. Juli 1490 bat er die Stadt, sie solle ihm einen reitenden Boten und einen Boten zu Fuß zur Verfügung stellen. Dem Schreiben lag ein Vorschuß von 60 Reichstalern bei.

Der Bürgermeister und der Rat der Stadt Speyer ließen nichts von sich hören, und als auch ein Mahnschreiben ohne Antwort blieb, bestimmte der Regent Rheinhausen an der Fähre zum Postort. Heute gilt der Brief Maximilians vom 14. Juli 1490 als Geburtsurkunde der Reichspost.

1552 bauten die Taxis aus eigenen Mitteln das Posthaus in Rheinhausen, und Mitglieder der Familie wohnten hier als Verwalter. Welche Bedeutung die Post in Rheinhausen hatte, geht daraus hervor, daß in der Folgezeit die Postmeister von Rheinhausen zugleich Postmeister von Augsburg waren.

In den zahlreichen Kämpfen um die Festung Philippsburg wurde das Posthaus mehrmals schwer beschädigt, aber immer wieder aufgebaut. Das heute noch erhaltene Mauerwerk der „Alten Post“ geht auf das Jahr 1738 zurück, als Postmeister Rapp das im Polnischen Erbfolgekrieg zerstörte Gebäude auf den Fundamenten von 1552 erneuerte. Mit Beginn der Postkutschenzeit ging die Bedeutung der Post in Rheinhausen immer mehr zurück. Als Gasthaus „Zur Sonne“ war das ehemalige Posthaus ein beliebter Treffpunkt für die Rheinschiffer, die Fuhrleute und die Benutzer der Fähre geworden.

1926 erinnerte sich der damalige Besitzer an die große postalische Vergangenheit des Gasthauses und nannte es von nun an mit behördlicher Genehmigung: „Alte Post“.

Seit 1985 ist das Gebäude im Besitz der Gemeinde, die dieses unter Denkmalschutz stehende Haus unter Einsatz von viel Sachverstand und beträchtlichen finanziellen Mitteln gründlich renoviert hat. Die geschmackvolle Innenausstattung des Hotel-Gasthofes erinnert an die Post in früheren Zeiten.

Der ehemalige Pferdestall wurde zu einem gemeindeeigenen Postmuseum umgestaltet, um für alle Zeiten die Historie dieses Hauses zu dokumentieren. An Exponaten sind Urkunden, Fotos, historische Briefkästen, Briefmarken, Posthörner und ein Felleisen zu sehen, um nur einiges zu nennen. Video-Clips zeigen in bewegten Bildern die große Bedeutung Rheinhausens für die deutsche Postgeschichte.

Am 14. Juli 1990 fand aus Anlass des 500. Geburtstages der Reichspost in und um das Posthaus in Rheinhausen ein großes Volksfest statt. Daran haben neben der Fürstin Gloria von Thurn und Taxis und mehreren Mitgliedern des Fürstenhauses auch der Postminister und viele prominente Gäste aus nah und fern teilgenommen. Die Presse und mehrere Rundfund- und Fernsehstationen haben darüber bundesweit berichtet. Die „Deutsche Welle“ verbreitete die Nachrichten von diesen Festlichkeiten in vielen Sprachen rund um den ganzen Erdball.

Josef Rothmaier

Öffnungszeiten des Postmuseums

Das Museum in der Hauptstr. 3 im OT Rheinhausen ist an jedem 2. Sonntag eines Monats (außer im August) von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Für Vereine, Schulklassen und Gruppen sind Führungen nach vorheriger telefonischer Vereinbarung unter   07254/1219 oder 5243 möglich.

 
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