
Kindergärten und Laurentiusheim sollen jährlich über 84.000 Kilowatt sauberen Strom produzieren
Oberhausen-Rheinhausen (ber). Alles freut sich in Oberhausen: 127 Kinder, die Eltern, die Erzieherschar, der Pfarrer, der Pfarrgemeinderat, die Gemeinde. Sie freuen sich mit dem Kindergarten St. Franziskus, der allen Grund zur Freude hat: Im Zuge der „Aktion Doppelte Freude“ gab es für die Einrichtung ein komplettes Solardach im Wert von rund 10.000 Euro als Geschenk. Für die Pfarrgemeinde war das der Anfang: Auf Beschluss des solarüberzeugten Stiftungsrats werden jetzt auch zwei andere Gebäude, der Kindergarten St. Marien in Oberhausen und das Laurentiusheim in Rheinhausen, mit Solarstrom versorgt.
Warum ein Solardach als Präsent? Suntech, Partner des Waghäuseler Großunternehmens Wirsol Solar und weltweit größte Hersteller von Fotovoltaikmodulen, ist seit Juli 2011 neuer Hauptsponsor des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim. Beide wollen, wie es heißt, „Erfolgserlebnisse über den grünen Rasen hinaus“ und haben daher die „Aktion Doppelte Freude“ gestartet. Bei jedem Heimsieg in der Wirsol-Rhein-Neckar-Arena darf sich eine soziale Einrichtung über eine nagelneue Solaranlage inklusive Montage freuen. Auf diesem Wege kam auch St. Franziskus mit seinen 127 Kindern im Alter von zwei bis elf Jahren in den Genuss.
Aufgrund eines großflächigen Schimmelbefalls hatte die Einrichtung monatelang ausgelagert werden müssen. Die Spielsachen, von den Kindern schmerzlich vermisst, wurden aus Schutzgründen entsorgt. Verrottet ist das Klettergerüst im Hof. Mit Hilfe des Gewinns durch die Solaranlage soll ein neues Klettergerät errichtet und neues Spielzeug angeschafft werden. Ein weiterer Grund zur Freude: Pate des Oberhausen-Rheinhausener Projekts ist Hoffenheims Cheftrainer Markus Babbel.
Zum großen Geschenktag versammelten sich die Kinder und Erwachsenen im Hof; dort bekam der Kindergarten symbolisch ein Modul überreicht. Nach dem Beschluss des Stiftungsrats werden aus den ursprünglichen fünf Kilowatt Peak (kWp) nunmehr 87 kWp verbaut. Diese sollen jährlich über 84.000 kWh sauberen Strom produzieren. Damit ersparen sie der Umwelt über 60.000 Kilogramm klimaschädliches CO2.
„Uns hat das Erzbistum Freiburg ermuntert, in die Nachhaltigkeit zu investieren“, ließ Pfarrgemeinderatsvorsitzender Florian Häfele wissen. Und die Kindergartenleiterin Katja Peters kündigte an: „Wir haben vor, den Kindern das Thema Strom anhand der Solaranlage nahe zu bringen. Es ist wichtig, schon früh ein ökologisches Bewusstsein zu wecken.“ Glücklich ist auch Pfarrer Wolfgang Oberschmidt, der besonders die Initiative und Beratung durch den Wiesentaler SolardachVorreiter Johannes Groß würdigte. „In unserer Gemeinde bricht nun eine neue Ära an“,prophezeit der Seelsorger.