Geschichte

Navigation und Einstellungen überspringen, direkt zum Seiteninhalt...

Hauptmenü

Sitemap / Inhaltsverzeichnis
Impressum

Login

Hilfe

Einstellungen

Hilfe
Grafischer Seitentitel:Geschichte

Wie alt sind unsere beiden Heimatorte?

Unsere Heimatorte liegen im Bruhrain, einem Teil der Oberrheinischen Tiefebene. Der Name „Bruhrain“ stammt von der alten Bezeichnung „Bruch-Rhein“, wobei „Bruch“ soviel wie Sumpf oder Sumpfwiesen bedeutet. Von da her hat auch Bruchsal seinen Namen. Diese gleichförmige ebene Landschaft reicht von Weingarten im Süden bis Wiesloch im Norden und erstreckt sich bis zum Rhein im Westen. Die Ostgrenze bildet der Kraichgau, dessen vorderste Hügel.-. der Letzenberg bei Malsch und der Michaelsberg bei Untergrombach - einmalige Rundblicke auf den Bruhrain und die anschließenden Landschaften im Rheintal gewähren.


Die neuere Geschichte unserer Heimat beginnt im 10. Jahrhundert, als die deutschen Kaiser und Könige noch keine Hauptstädte hatten und ständig auf Reisen waren, um ihr Land kennen zu lernen. Unterwegs mit einem Gefolge weltlicher und geistlicher Würdenträger wurde regiert und Recht gesprochen. Unterkunft und Verpflegung gab es in den Königshöfen, auch Pfalzen genannt. So befand sich unmittelbar vor dem königlichen Forst „Lußhardt“ in Bruchsal ein fränkischer Königshof, der von 976 an mehrmals von den Kaisern besucht wurde.

Kaiser Heinrich III. schenkte diesen Bruchsaler Königshof zusammen mit dem Lußhardtwald am 6. Mai 1056 der Kirche zu Speyer. In der Schenkungsurkunde sind leider keine Ortschaften erwähnt, es heißt darin nur, daß alle Bewohner, alle Häuser, Mühlen, Äcker, Wiesen, Weiden, Jagden, Gewässer und Fischereien von nun an Eigentum der Bischöfe sein sollen.

Wenn in der Urkunde steht, daß der Lußhardtwald im Kraichgau liegt, so ist daraus zu ersehen, daß der Machtbereich der Kraichgaugrafen bis an den Rhein reichte. Für die am Schenkungsakt Beteiligten, Kaiser und Bischof, war es selbstverständlich, daß durch diese Schenkung die althergebrachten Rechte der ansässigen Grafen nicht angetastet werden durften. Das waren bei uns im Laufe der folgenden zweihundertfünfzig Jahre die Gaugrafen von Sinsheim, die Grafen von Eberstein und schließlich die Grafen von Zweibrücken.

Fest steht, daß im Jahre 1316 der damalige regierende Speyerer Bischof, Emich von Leiningen, für sein Bistum weitere rechtsrheinische Ländereien erwarb und mit dem Kauf bestehende Rechte ablöste. Zu den eingekauften Orten gehörten auch unsere beiden Gemeinden. Als Verkäufer traten zwei Speyerer Bürger auf, Engelmann von Böbingen und Heinrich von Köln, die ihrerseits um 1300 das Gebiet von den Erben des Zweibrücker Grafen käuflich erworben hatten. Mit diesem Kauf wurden auch für die Bevölkerung klare Rechtsverhältnisse geschaffen. In einer Urkunde vom 20. April 1366 bestätigt Kaiser Karl IV. dem Speyerer Bischof die Freiheiten, Rechte und Besitzungen seines Hochstifts. Bis zum Jahre 1803 gehörte der Bruhrain zum Bistum Speyer.

„Hausen” 1207 erstmalig erwähnt

Der Speyerer Bischof, Konrad III., Graf von Scharfeneck, hat im Jahre 1207 unter einen seiner vielen Verträge einen gewissen „Henricus de Husen” („Heinrich von Hausen”) als Zeugen unterschreiben lassen. Dieser Heinrich war Speyerer Bürger. Mit diesem Dokument wird das Vorhandensein eines Ortes mit dem Namen „Hausen” nachgewiesen.

Aber zur damaligen Zeit gab es eine große Anzahl von Orten mit der Bezeichnung „Hausen”. So ergab sich schon bald die Notwendigkeit, auf Grund der vielen „Hausen”, diese näher zu bestimmen. Weil nun dieser „Henricus de Husen” ein Bürger der Stadt Speyer war, kommt man zu dem Schluß, daß damit ein Ort gemeint sein mußte, der in unmittelbarer Nähe von Speyer liegt, und daß es sich deshalb nur um eines unserer beiden Hausen handeln konnte. Es ist jedoch nicht mehr möglich festzustellen, welches der beiden Hausen in der Urkunde von 1207 gemeint war. Im „Wappenbuch des Landkreises Bruchsal”, das im Auftrag des Landrats und der staatlichen Archiv-Verwaltung Baden-Württemberg im Jahre 1971 herausgegeben wurde, vertritt man die gleiche Ansicht. Interessant ist nur noch, wie sich die amtlichen Ortsbezeichnungen im Laufe der Zeit veränderten:

Erst ab 1256 wird genau unterschieden zwischen der „Major villa Husen”, („dem größeren Dorf Hausen” = Oberhausen), und der „Alia villa Husen in vado”, („dem anderen Dorf Hausen an der Furt” = Rheinhausen): Damals hat ein gewisser Dietmar einen Teil seiner Güter aus unseren beiden namentlich genannten Orten an das Stift St. German in Speyer verschenkt.

Tatsächlich dürften beide Orte viel älter sein, als irgendwelche per Zufall noch existierenden Quellen „beweisen” können. Ortsnamen mit „Hausen” sind fränkischen Ursprungs und tauchen bereits um das Jahr 1 000 auf.

Im Jahre 1293 ist die Rede von „Husen ad Reni fluvium”, d.h. „Hausen am Rheinstrom”, und 1318 erscheint die Bezeichnung „Rinhusen”, manchmal sogar als „Rin Hussen”. 1337 heißt es „Villa Husen minor” oder „Das kleinere Dorf Hausen”, wobei „Villa” soviel wie „Landhaus” bzw. „Landgut” oder auch „Herrschaftshof” bedeutet. Eine weitere Namenvariante aus dem Jahre 1337 ist „Husen minor prope Rhenum”, zu deutsch: „Das kleinere Hausen nahe am Rhein”, und im 14. Jahrhundert wurde Rheinhausen erwähnt als : „Husen inferior, villa spectans ad castrum Utenheim“, zu deutsch „Das untere Hausen, eine Siedlung, in der Nähe der Festung Udenheim liegend“.

Um diese Zeit gibt es auch Bezeichnungen wie ”Husen superior”, was soviel wie „Oberhausen” heißt, und „Husen inferior”, das mit „Niederhausen” oder „Unterhausen” übersetzt werden kann. Ab dem Jahre 1405 ist in Rheinhausen ein regelmäßiger Fährbetrieb nachgewiesen. Deshalb nennt man Rheinhausen im Jahre 1466 „Husen an der Fare”, also „Hausen an der Fähre”. 1536 ist die Rede von einem Vertrag zwischen „Ober- und Niederhausen”.

Oberhausen und Rheinhausen blieben von 1316 bis 1810 eine Gemeinde, und in den Akten ist immer wieder die Rede von „beyden Husen”, die politisch und kirchlich ein halbes Jahrtausend zusammengehörten.

Heimatgeschichtliches Lesebuch

1997 hat die Gemeinde ein heimatgeschichtliches Lesebuch herausgegeben. Es ist von Josef Rothmaier zusammengestellt und verfasst. Bebildert wurde es von Theo Zieger. Dieses über 500 Seiten starke Werk ist spannend und dennoch leicht zu lesen. Ein Muss für jeden Liebhaber von Heimatgeschichte im Bruhrain.
Sie erhalten das heimatgeschichtliche Lesebuch zum Preis von 15,-- € im Bürgerbüro Oberhausen, Symbol: E-Mail LinkHerr Baumann, Tel. 07254/503-134 oder im Bürgerbüro Rheinhausen, Symbol: E-Mail LinkFrau Hambsch, Tel. 07254/2122.

Gemeindewappen

Das Wappensiegel aus dem Jahre 1900 zeigt ein senkrecht geteiltes Schild. In der linken Hälfte ist ein halbes, silbernes Kreuz auf blauem Grund, in der rechten Hälfte auf goldenem Grund das halbe Rad (der heiligen Katharina) in Schwarz. Es wurde nach der Wiedervereinigung beider Gemeinden am 01.01.1975 zum Wappen der neuen Doppelgemeinde. Erst zu diesem Zeitpunkt bekam das Wappen die richtige Aussagekraft: Das Silberkreuz soll die jahrhundertelange Zugehörigkeit von Oberhausen und Rheinhausen zum Hochstift Speyer dokumentieren; man könnte es auch als abgewandeltes Philippuskreuz deuten. Das Rad ist das Symbol der zweiten Patrona von Rheinhausen, der heiligen Katharina.

 
Sie sind hier: Oberhausen-Rheinhausen: StartseiteRathaus > Geschichte
Zum Seitenanfang...
Gästebuch